„Hört einander zu!“ als Appell an Führungspersonen

„Hört einander zu!“ als Appell an Führungspersonen

Welcher Stellenwert kommt dem aktiven Zuhören in Ihrem Berufsalltag zuteil? | Impuls-Reihe #1


Erfolgreiche Führung schafft Räume, in welchen Standpunkte gehört und anerkannt werden und sich Mitarbeitende als wirksam erleben.

Das ist uns als Führungsperson im Grunde bewusst. Gleichwohl müssen wir uns gegebenenfalls nach einem dichten Arbeitstag eingestehen, dass es uns verschiedentlich nicht gelungen ist, auf Anliegen von Mitarbeitenden einzugehen.

Der Appell dieses Blogbeitrages „Hört einander zu!“ ist gleichzeitig der Titel eines Buches der wunderbaren britisch-türkischen Autorin Elif Shafak. Mit Elif Shafak (2021, S. 31) teile ich die Meinung, dass „Das Gefühl, ganz systematisch weder gehört noch unterstützt noch wertgeschätzt zu werden, kann zu quälender Verbitterung führen, und ein dauerhaft verbitterter Mensch hört nicht mehr zu.“

Zuhören hat somit für den Führungsalltag eine zentrale Bedeutung. Denn, was ist Führung anderes als

  • zuhören
  • strukturieren
  • auf Erfolge und Lösungen zu fokussieren
  • sowie letztlich vielfältigen Standpunkten und Anliegen eine Stimme zu verleihen?

Erfolgreiche Führung bietet allen Mitarbeitenden die Möglichkeit, zu Wort zu kommen und den eigenen Überlegungen einen Platz einzuräumen. 

Wenn in einer Organisation das Zuhören qua Kultur (noch) nicht gegeben ist, ist es umso wichtiger, dass die jeweiligen Führungspersonen eine entsprechende Kultur in ihrem eigenen Wirkungsbereich aufbauen

Auch viele Mitarbeitende und Teams wünschen sich Wirksamkeit. Sie brauchen die Erfahrung, dass ihre Stimme gehört wird. Dadurch erleben sie sich erst als wirksam und sind eher bereit, sich für die Sache und schliesslich für die Organisation zu engagieren.

Wie und wo schaffen Sie als Führungskraft im Berufsalltag Inseln, in denen Sie aktiv zuhören? Und wie gelingt es als Führungsperson, die optimalen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen? In meinen Augen ist nebst der inneren Ruhe und der Bereitschaft, zuzuhören, auch die entsprechende Gestaltung und Organisation des Führungsalltages von Bedeutung. Neben der Reflexion und Arbeit an der eigenen Grundhaltung empfiehlt es sich deshalb, konkrete Zeitinseln zu schaffen, in welchen Zuhören qua Zeit überhaupt möglich wird. Gemeint ist hier das Ziel, die eingangs beschriebenen Räume für gegenseitiges Zuhören und Hinhören zu etablieren und die Zuhör- und Gesprächskultur gemeinsam aufzubauen. Hier wirken sich erste kleine Veränderungen oftmals bereits als richtungsverändernd aus.

Und – Zuhören ist bekanntlich immer gegenseitig. Wie gut gelingt es Ihren Mitarbeitenden, Ihnen zuzuhören? Wie gehen Sie vor, damit eine symmetrische Zuhörkultur entwickelt werden kann? Selbstverständlich sind wir Führungspersonen immer mehr in der Rolle des Zuhörens als dies unsere Mitarbeitenden sind. Damit wir dies tun können, müssen wir umso mehr dafür sorgen, dass wir Räume für uns schaffen, in denen uns zugehört wird.

Welche Möglichkeiten schaffen Sie für sich selber, in denen ein Gegenüber Ihnen zuhört und neue Lern- und Denkprozesse anregt?

Möglicherweise haben Sie die Erfahrung machen dürfen, dass ein Austausch und Gespräch auf Augenhöhe mit Gleichgesinnten die Lösung hervorbrachte. Weil ihnen jemand genau in dem Moment zuhörte, als es notwendig und hilfreich war. Manchmal kann auch der neutrale Blick von außen im Zuge eines Führungscoachings eine Möglichkeit für neue Ideen und Perspektiven darstellen und Ihrem eigenen beruflichen Wirken frischen Wind bringen.

Ich kann Ihnen sagen, dass erfahrungsgemäss Coachees alles mitbringen, um eigene Lösungen zu entwickeln. Offene Coachinggespräche und vielfältige Methoden und Settings schaffen den entsprechenden Rahmen. Aber immer gilt: Im gegenseitigen Zuhören steckt das größte Lern- und Entwicklungspotential. Deshalb schätze ich es sehr, nebst meiner Rolle als Coach immer auch in der Rolle als Zuhörerin und Lernende Erfahrungen sammeln zu dürfen.

Falls Sie Lust verspüren, das Potential „echten“ Zuhörens noch bewusster in Ihren Arbeitsalltag einzubauen, freue ich mich von Ihnen zu hören.

Auf Ihre Rückmeldung und Ihre Sichtweise bin ich sehr gespannt. 

Herzliche Grüsse,
Esther Forrer Kasteel

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Inspiration und Empfehlung:

Inspiriert zu diesem Thema wurde ich von zahlreichen Coachings, in denen ich Führungskräfte begleiten darf. Hinzu kam das Büchlein der wunderbaren britisch-türkischen Autorin Elif Shafak „Hört einander zu!“, das ich Ihnen wärmstens ans Herz legen kann. Die Autorin versteht es sehr gut, in ihren Romanen Gefühle und Düfte zu Tage zu fördern und diese in einer schlichten und unaufgeregten Art zu beschreiben. Nebst der genannten Publikation empfiehlt sich zudem ihr Roman „Das Flüstern der Feigenbäume“ (2021) sowie die mit Barbara Bleisch geführten Gespräche in der Sternstunde Philosophie vom Schweizerfernsehen 2022 als Quelle von Inspiration:

 

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